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Ende der EZB-Anleihekäufe erwartet
Ende der EZB-Anleihekäufe erwartet
Time icon20 July 2017, 13:16 pm

Seit nunmehr drei Jahren kauft die Europäische Zentralbank (EZB) im großen Stil Anleihen europäischer Länder auf, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Nun erwarten Experten das baldige Ende dieser Anleihekäufe. Laut einer Umfrage von Reuters rechnen 72% der Volkswirte damit, dass die EZB diese 2018 verringern oder beenden wird.

 

Anleihekäufe wurden bereits erfolgreich um ein Viertel gesenkt

Diese Meinung teilen auch die Partizipanten der Geld- und Anlagemärkte. Am dortigen Terminmarkt wird bei den Zinssätzen für kurzfristige Leihen zwischen Banken wieder ein erhöhter Leitzins einkalkuliert. Er liegt seit März 2016 bei null Prozent. Um den Leitzins weiter zu drücken und die Währungsunion zu stabilisieren, hatte die EZB umfangreiche Anleihekäufe gestartet. Diese wurden Anfang des Jahres von 80 Milliarden auf 60 Milliarden begrenzt – ohne, dass der Finanzmarkt deswegen ins Wanken gekommen wäre.

 

Weitere Absenkung notwendig

Eine weitere Absenkung dieser Aufkäufe ist auch daher notwendig, weil die EZB 2018 ansonsten an selbstgesetzte Grenzen für Anleihen einiger Länder stoßen würde. Das betrifft vor allem Papiere aus Finnland, Deutschland und den Niederlanden. Für die Absenkung sprechen zudem die gestiegene wirtschaftliche Tätigkeit und die wachsende Beschäftigungsrate in der EU.

 

Eine optimale Situation zur Anhebung des Leitzines ist noch nicht gegeben

Doch bisher ist das angepeilte Inflationsziel von 2,0% in weiter Ferne. Die Teuerung steht aktuell bei 1,3%. Auch die Löhne steigen nicht wie erhofft. Hinzu kommt, dass die Wahl in Italien im Frühjahr 2018 dort keine stabile Regierung hervorbringen könnte. Damit könnte das Land zum Sorgenkind der EZB werden.

Dennoch verfestigt sich in Expertenkreisen zunehmend die Meinung, die EZB werde eine Verringerung der Anleihekäufe im Herbst bekannt geben.

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